Lincoln in the Bardo

Jahre, ja Jahrzehnte soll George Saunders nach einem Weg gesucht haben, Lincolns Trauer um seinen kleinen Sohn Willie literarisch zu verarbeiten: Was ging im Präsident vor, als er in der Nacht nach der Beerdigung auf den Friedhof ging, im Mausoleum den Sarg öffnete und das tote Kind im Arm hielt? Wie fügt sich das in den Hintergrund des Bürgerkriegs ein? Und was haben die Toten den Lebenden zu sagen? Wo mich natürlich ganz besonders die Frage interessierte, wie stellt Saunders die Kommunikation zwischen Toten und Lebenden dar?

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A Woman Looking at Men Looking at Women (II)

Kunst, die den Betrachter kalt lässt, Literatur, die den Leser emotional nicht zu packen vermag, ist dazu verdammt, wirkungslos zu verhallen, stellt Siri Hustvedt in ihrem Essay „Sontag an Smut: Fifty Years Later“ fest. Aber Gefühl allein reicht auch nicht: Weiterlesen

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A Woman Looking at Men Looking at Women (I)

— diesen wunderbar treffenden Titel hat Siri Hustvedt für ihr Essay über drei männliche Künstler (Pablo Picasso, Max Beckmann und Willem de Kooning) und deren ‚Blicke auf Frauen‘ wie für ihre Essay-Sammlung gewählt. Mit letzterer versorgt sie mich gerade mit Lese- und Denkstoff, der spannender nicht sein könnte. Weshalb ich mich nun anhand von einer Handvoll Zitaten kaleidoskopartig daran mache, ihren Einblicken und Wahrnehmungen meine eigenen Beobachtungen beim Lesen zur Seite zu stellen. Weiterlesen

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Glaskugelgedanken

Eigentlich ist es gerade mal wieder viel zu heiß zum Denken. Zugleich, was will ich machen, abschalten lässt sich das Organ zwischen meinen Ohren nun mal nicht. Bin ich also gefangen in der Hitze oder gefangen im dennoch rotierenden Hirn? Ach, wie schön wäre es doch, es wäre alles so klar wie diese Glaskugel und ich in kühle Klarheit  gebettet wie diese Blüte. Weiterlesen

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The Buried Giant

Wie wäre ich Kazuo Ishiguros Roman „The Buried Giant“ begegnet, wenn ich nicht gewusst hätte, wer ihn geschrieben hat? Hätte ich es als Fantasy mit Un/Tiefen gelesen? Als Kreuzung aus einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte und einer Art Heldenreise, bloß ohne Helden bzw. nicht aus Sicht gesehen? Was hätte ich aus dem offenen Ende gemacht – erst recht, wenn ich das Buch in einem Zug gelesen hätte und nicht in vielen kleinen Etappen über Wochen hinweg?

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Schokolade für den Staatsanwalt

Wenn es etwas gibt, was immer geht, dann wohl Schokolade. Für mich am liebsten so dunkel wie möglich,  gern auch mal mit herzhafteren „Einlagen“ wie Salzmandeln, während andere lieber in Vollmilch oder Marzipan schwelgen mögen. Was aber, wenn der Staatsanwalt dieses „schwarze Gold“ immer wieder auf dem Dienstschreibtisch vorfindet, anonym eingesandt? Weiterlesen

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Die Hauptstadt

Schwer zu sagen, was ich davon halte. Es war weitgehend unterhaltsam zu lesen, und wo es geschwätzig wurde (was bei den meisten Romanen in der Klasse über 400 Seiten leicht der Fall ist), konnte ich mir querlesend behelfen. Vieles ist pointiert formuliert, gekonnt changierend zwischen Ironie und Melancholie, wie es eines österreichischen Schriftstellers würdig ist. Vermutlich ist es hervorragend recherchiert. Aber ist es deshalb ein gutes Buch, ja ein herausragendes, das zu Recht den Deutschen Buchpreis bekam?

Roman oder Manifest, wie manch Kritiker meint? Auf jeden Fall ein dickes Buch, das dicke Bretter zu bohren versucht: Robert Menasses „Die Hauptstadt“.

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Die Seele lüften

Wäre das nicht schön: wenn man seine Seele so leicht lüften könnte, Weiterlesen

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Ein ehrenwertes Haus

Böse Zungen behaupten, abgesehen von den netten Menschen vom Finanzamt entkäme man zwei weiteren Arten von Zeitgenossen praktisch nie: Nachbarn und Hausmeistern. Dabei können Nachbarn doch etwas so Wunderbares sein, erst recht, wenn sie hilfsbereit mit anpacken … außer natürlich, es handelt sich beim Nachbarn ausgerechnet um diesen Hausmeister, dann hilft am Ende nur noch (kurz)kriminelle Energie:

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Zeitkapsel

Ich weiß nicht mehr genau, welcher Theoretiker des 20. Jahrhunderts sagte, dass Kriminalliteratur Zeitkapseln erschafft. Aber jedes Mal, wenn ich einen klassischen Kriminalroman lese, finde ich die These bestätigt. Das gilt aufs Schönste auch für Ngaio Marshs „Opening Night“, dessen Originalausgabe 1951 erschien. Weiterlesen

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Duisburger Stille

Mehr Gebärdensprache und mehr realitätsnahe Verbrechen aus dem Revier gewürzt mit schräg-schwarzem Humor gibt’s in der folgenden Leseprobe eines schon etwas älteren Kurzkrimis aus meiner Feder:

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Sehnsüchte

Manch einem kann es gar nicht sonnig und heiß genug sein, was im Prinzip ja auch für Kapuzinerkresse gilt. Meine Sehnsucht jedoch Weiterlesen

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Asphaltgeflüster

Ich war mir so sicher, ich hätte von allen Geschichten, alt wie neu, wenigstensn eine Leseprobe hier im Blog. Um so erstaunter war ich, als mir kürzlich auffiel, das stimmt gar nicht. Aber dieser Mangel lässt sich leicht beheben, weshalb es nun in loser Folge nachgeholte Leseproben hier im Blog gibt. Und ich beginne alphabetisch, könnte man meinen, wenn man den Titel in Betracht sieht, denn den Anfang macht mein Essen Kurz-Krimi mit Gebärdensprache: Weiterlesen

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Hitzefrei

Da schaut sich sogar der  Turmfalke auf dem Balkon schräg übern Hinterhofgarten um (und ich freue mich, dass der Zoom ihn dabei so gut einfängt :-)), Weiterlesen

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Wir und die

Ist es nicht seltsam, dass „wir“ gewinnen, aber „die“ verlieren? Sollte das Mitfiebern mit einer Mannschaft, ob bei der WM oder in irgendeiner Liga, nicht über das billige Abgreifen von Triumphgefühlen und Trefferendorphinen beim Rudelgucken hinausgehen? Überhaupt: Weiterlesen

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