„Stimmengewirr“ auf der Couch

… und zwar auf der Krimi-Couch. Eine weitere Rezension zum Jahresbeginn also – das ist mal eine gute Nachricht. Kostprobe(n) gefällig?


Das meint Krimi-Couch.de: ?Keine einfache Krimi-Kost?

von Sylvia Rucker

Cäcilia-Josephine Greschke verkörpert das, was man gemeinhin als ein ?Mädchen aus gutem Hause? bezeichnet. Ihre Kinder- und Jugendzeit verbringt sie mit ihren Eltern in Oldenburg, die dort eine renommierte Druckerei betreiben. Dort taucht auch eines Tages ihr unbekannter älterer Halbbruder Mike auf, der aus einer Liaison ihres Vaters Michael mit einer Prostituierten stammt und bisher nach dem Tod seiner Mutter im Heim und bei Pflegefamilien gelebt hat.
[…]
Wahrscheinlich liegt es an der Geschichte an sich, was es so kompliziert macht, dieses Buch zu bewerten! Denn in vielerlei Hinsicht ist es doch anders als das, was man bei einem Krimi vielleicht üblicherweise erwartet.

Was als erstes beim Lesen auffällt ist, dass es eine lange Zeit braucht, bis das mit Leben mit den Persönlichkeiten Cäcilia-Josephines dargestellt ist und sich die eigentliche Zielrichtung, nämlich die Aufklärung der Ereignisse in ihrer Kindheit durchsetzt.

Anders als bei einer gewöhnlichen Krimigeschichte geht es auch nicht um Ermittlungsarbeit im klassischen Sinn. Letztendlich werden hier die zurückliegenden und alles auslösenden Katastrophen in Cäcilia-Josephines Leben überwiegend durch ihre eigenen inneren Persönlichkeiten herausgefunden, von denen jede ein anderes ?Stück? Erinnerung besitzt, die zusammengefügt zum Schluss ein vollständiges Bild ergeben.
Es ist auch nicht immer unbedingt leicht, dieser Geschichte so ohne weiteres zu folgen, denn so kompliziert wie die Struktur einer multiplen Persönlichkeit ist, so vielschichtig sind natürlich auch die geschilderten Erlebnisse. Da alle ?Personen? von Cäcilia-Josephine ebenso wie ihr Bruder Mike in der Ich-Form sprechen, muss man schon darauf achten, mit wem man es gerade zu tun hat, obwohl Mischa Bach als kleine Orientierungshilfe einigen Charakteren eine jeweils passende Sprachform zugeordnet hat. So lassen sich der 16jährige Tom mit einem leicht rotzigen Halbstarkenton und das lebenslustige Schneewittchen und auch Mike mit einer etwas plumperen Sprache am leichtesten von allen anderen unterscheiden.

Trotz der Konzentration, die man beim Lesen dieses Buches an den Tag legen sollte, ist allein die Idee interessant, das Bild einer multiplen Persönlichkeit aufzuzeigen und in eine Krimihandlung zu packen. Und mit dem Ergebnis der Umsetzung dieser Idee kann man durchaus zufrieden sein. Eindrucksvoll beschreibt Mischa Bach die Organisation des ?Familienbetriebes? und die Mühen und Anstrengungen, die es kostet, ihn zu führen und vor der Welt zu verbergen. Gerade auch die Diskussionen aller Personen von Cäcilia-Josephine über das weitere Vorgehen in ihrem Leben, das Abwägen der Vor- und Nachteile bringen einen großen Teil der Spannung.

[…]

… und den ganzen Artikel im ungekürzten Original kann man hier nachlesen …

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2 Antworten zu „Stimmengewirr“ auf der Couch

  1. Silke schreibt:

    Interessante Rezension, für mich bedurfte das Lesen keiner besonderen Konzentration, ich konnte der Geschichte gut folgen und fand sie nicht kompliziert! Kann mir aber vorstellen, dass das Thema für viele so fremd ist und nicht nachvollziehbar, dass es größerer Anstrengungen bedarf, diesen „Wechseln“ zu folgen…
    Für mich persönlich ist das Buch erstaunlich realistisch geschildert…!!DANKE dafür!

  2. mischa schreibt:

    You’re welcome – oder danke für Lob & Dank. Mir war’s von Anfang an wichtig, diese Geschichte wie auch diese Figuren so realistisch wie möglich zu erzählen. Gut zu hören/lesen, dass das gelungen ist.

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