Sommernachtsdunkel

Wo kann man Die Türen (noch/wieder) sehen? Und was kommt danach? Auf solche und andere Gedanken bringt mich Joan-Lees Kommentar. Schließlich sind Theaterferien wohl die beste Gelegenheit, sich Gedanken zum Thema "die Bühne und ich" zu machen …

… vorweg: Derzeit kann man Die Türen weder als Buch kaufen noch als Nachdruck lesen und mehr als den Trailer bei YouTube gibt’s auch nicht zu sehen. Leider. Aber es besteht immerhin Anlass zur Hoffnung, dass das nicht so bleiben muss. Denn es gibt Gespräche über eine mögliche Wiederaufnahme in Reutlingen und Gastspiele andernorts. Ob es nützt, das Theater "Die Tonne" als interessierter Zuschauer mit An- und Nachfragen zu bombardieren, kann ich nicht beurteilen. Es steht allerdings zu vermuten, dass es kaum schaden wird – also, nur zu! 😉
Angesichts all der Mühe, die sich isb. Regisseurin Katja Lillih Leinenweber und Silvan Kappeler mit dem Auftun von Festivals und anderen Gastspielmöglichkeiten machen, kann ich mir durchaus vorstellen, dass es zu einer Wiederaufnahme kommen kann. Ob aber über eine solche "Wiederbelebung" der Reutlinger Inszenierung hinaus mit diesem Stück etwas passiert, ist ungewiss. Bisher habe ich keinen Theaterverlag gefunden, der sich des Stückes annehmen, es den deutschsprachigen Bühnen anbieten würde – und wenn die Theater nichts vom Stück wissen, wie sollten sie dann auf die Idee kommen, es zu machen? Und einen Verlag, der das Stück dazu noch als Buch verlegen würde, liebe Güte, den zu finden gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Also warte ich ab. Hoffe, dass doch noch eine Agentur, ein Verlag Interesse zeigt, hoffe auf die Wiederaufnahme, auf Gastspiele, auf Festivaleinladungen. Und hoffe vor allem darauf, dass der Theatervirus in mir wieder zum Ausbruch kommt.
Infiziert bin ich so oder so, seit ewigen Zeiten schon. Nur dass ich derzeit an keinem Theatertext schreibe. Ich kann einfach nicht, und das hat nur am Rande mit den Ferien und dem Herannahen des Sommerurlaubs (höchst willkommen!) zu tun. Es ist auch nicht so, dass mir die Ideen an sich fehlen würden – Ansätze, Szenen, Fragen, Fragmente, Sätze, all das Ferment, aus dem Geschichten, Stücke und dergleichen werden, ist durchaus vorhanden. Es liegt auch nicht daran, dass mich der neue Roman so fest im Griff hat, dass kein Raum mehr für anderes da ist. Nein.
Was mir fehlt, ist die Perspektive. Ich brauch mehr Theater. Und nicht irgendwelche Theater. Sondern Theater mit Menschen in Leitungsfunktion, die weder ausschließlich auf Bewährtes setzen noch exklusiv nach "jungen, gehypten Dramatikern" suchen. Eben Theatermenschen, denen der Inhalt genauso wichtig wie die Form und am liebsten wichtiger noch als der Name ist. Die auf der Suche sind und mit Autoren leben können, die mehr Fragen als Antworten haben. Neugierige Menschen, offene Menschen, Menschen ohne Angst vor Experimenten und Abenteuern (die es nur geben kann, wenn das Scheitern nicht ausgeschlossen ist) …
Also … falls Sie so jemand sind oder so jemanden kennen, sagen Sie Bescheid.

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2 Antworten zu Sommernachtsdunkel

  1. *Silke* schreibt:

    Also, leider bin ich recht „unbedarft“, was die Theaterszene und die entsprechenden „Leitungsmenschen“ betrifft – aber was das „Bombardieren“ angeht: da kann ich sehr hartnäckig und ausdauernd sein und werde deshalb auf jeden Fall in Reutlingen einige „Bömbchen“ für „die Türen“ legen – find ich richtig doll wichtig!!!

  2. mischa schreibt:

    na dann schon mal herzlichen dank vorab für diese hoffentlich „zündende werbeidee“ 🙂

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