Arme Dichter & Denker

"Schreiben macht arm", titelt Gabriele Bärtels in der ZEIT und ich reib mir verwundert die Augen. Klar, das kenn ich. Ich schreibe, also bin ich arm. Aber bislang dachte ich, das liegt wahlweise an meiner Ausrichtung (Belletristik/Fiktion) oder gleich an mir.

Nein, korrigiert mich die Lektüre des Artikels in der ZEIT, auch Journalisten werden alles andere als reich durchs Schreiben. Jedenfalls gilt das für freie Journalisten, und da selbst für preisgekrönte.
Das Problem mit dem geistigen Eigentum, das kaum respektiert wird – allemal, wenn’s um Texte und Arbeiten im WWW geht – ist dabei auch so’ne Sache. Schon merkwürdig, diese Haltung. Wo man rankommt, was man kopieren kann, das wird genommen, kopiert, und vervielfältigt, einfach so. Ohne zu fragen oder gar an Honorare zu denken. Mit Ideologen – OpenSource, Free- und ShareWare für alle und alles, mögen manche denken und vergessen, dass hinter den Werken, den Arbeiten nicht nur Hobbyisten und/oder reiche Menschen stecken – könnte man noch reden. Aber wie geht man mit Gedankenlosigkeit um, wie mit dummen Unverständnis?
Hartz IV würd ich weder kriegen noch wollen. Also geht’s mir wie Gabriele Bärtels: Trotzdem aufstehen und erst recht weitermachen.

P.S.: Heut fiel das Auftstehen leicht. Die Sonne schien und ich bin um so schneller vom Leben zu begeistern.
P.P.S.: Auch das Weitermachen war kein Thema. Hab meinen Projektvorschlag fürs Kultuhauptstadtjahr 2010 eingereicht und begegnete anschließend auf dem Parkplatz lauter lächelnden und freundlich grüßenden Anzugträgern.
P.P.P.S.: Wär doch schön, wenn das hieße, Kulturhauptstadt macht glücklich. 😉

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2 Antworten zu Arme Dichter & Denker

  1. Britt schreibt:

    Es heißt doch immer, Geld verdirbt den Charakter. Da können wir doch wenigstens sicher sein, dass wir noch relativ unverdorben sind. ;-))

    Ich glaube, man fährt auf Dauer besser – und gesünder – damit, sich mit einem Job, der einem Freude macht, über Wasser zu halten, als mit einer Arbeit, die einen ankotzt, massenhaft Kohle zu scheffeln. Immerhin verbringen wir den Großteil unserer Zeit arbeitend. Und Zeit ist doch mehr wert als alles andere, oder?
    Auch wenn ein Börsenhai das vielfache von meinem bescheidenen Einkommen nach Hause bringt, ich würde nicht mit ihm tauschen wollen. Du etwa?

  2. mischa schreibt:

    So schnell ich mich langweile (und so persönlich ich das nehme), so sehr ich meine/n Beruf/e mag, so oft ich ganz ähnliche Vergleiche aufmache – es muss was dazwischen geben. Ich wüsste jedenfalls gerne, wie’s ist, mal über längere Zeit ohne ständige Existenzsorgen zu leben und zu schreiben …

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