Differenzialgedanken

Ja, auch ich habe das heutige TV-Duell gesehen. Mehr oder weniger jedenfalls, manche Platitude scheuchte mich aufs Klo, manche Phrase einfach aus dem Zimmer. Aber abgesehen davon frage ich mich nun: Was sieht, was hört man, wenn man sich ein solches „Duell“ anschaut? Nimmt man überhaupt die beiden Kandidaten, die Fragen, die Teile und das Ganze einigermaßen angemessen wahr? Oder sieht und hört man nur, was man ohnehin bereits zu wissen glaubt, so dass am Ende nur die eigenen Vorurteile bestätigt werden? Und wie kann man wissen, was die eigene Wahrnehmung zutreffend beschreibt?

Seltsam, dass Meinungsforscher und Journalisten die nächsten Stunden, Tage, vielleicht Wochen damit verbringen werden, die Gesten, Blicke und Worte der beiden Kandidaten zu deuten, ohne je erkennbar über die Frage nach den eigenen Vor-Urteilen und anderen subjektiven Wahrnehmungseinfärbungen und – einschränkungen zu stolpern …

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2 Antworten zu Differenzialgedanken

  1. die paulines schreibt:

    am spannendsten ist doch meistens, was man NICHT hört oder sieht, was? Und was einem vielleicht erst im Nachhinein auffällt…

    • mischabach schreibt:

      Spannend ja, aber auch noch schwieriger: Wenn man etwas nicht sieht und hört, woher weiß man dann, dass man es nicht gehört, nicht gesehen hat? Denn es fällt einem ja nicht immer im Nachhinein auf. Oder erst sehr, sehr viel später …

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