Ideenhebammenglücksgefühle

Manchmal geht es ganz rasch, meist jedoch dauert es länger als erhofft, bis ein Buch das Licht der (Verlags)Welt erblickt. Und manches Mal ist man obendrein ungeduldig, so dass man gar befürchtet, irgendwas könne jetzt, auf den allerletzten Metern, noch schief gehen. Doch in dem Augenblick, wo man das Buch dann frisch gedruckt tatsächlich in Händen hält, ist all das vergessen. Nicht nur als Autorin, auch als Ideenhebamme (aka Lektorin oder Coach) geht mir das so – und vorgestern war wieder so ein Glücksmoment: als ich Britt Reißmanns Scherbenkind im Briefkasten fand. 🙂 scherbenkind

Am liebsten hätte ich gleich alles stehen und liegen gelassen, um mir anzuschauen, wie sich der Roman sowohl durch unsere ganz besondere Zusammenarbeit als auch durch das Lektorat seitens des Verlages entwickelt hat. Aber das geht natürlich nicht, erst recht, wo ich mir nur allzu sehr der Gefahr bewusst bin, wieder neu in den Sog der Geschichte zu geraten, um dann rund 450 Seiten und X Stunden später verwundert auf die Uhr zu blicken. Das mit der Spannung war schon ein „Problem“, als wir das Buch unter sehr speziellen Blickwinkeln lektorierten — immer wieder festzustellen, Mist, viel zu schnell gelesen, ja, die Seiten verschlungen, statt Schritt für Schritt ganz genau hinzuschauen, wie sich das für Profis gehört. Also zurückgeblättert und diszipliert wieder weitergelesen. Bis man sich das näcshte Mal hinreißen lässt, um dann wieder  … 😉

Luxusprobleme für Lektoren, ich weiß. Nicht immer sind die Texte, mit denen man arbeitet, bereits so weit gediehen, so gut, flüssig und eben spannend geschrieben. Was ganz normal ist, denn zumeist ist genau das herauszuarbeiten ja Teil der Aufgabe.

Bei Britts Scherbenkind ging es um ein sehr spezielles, um nicht zu sagen: vielfältiges Thema. Wer mich als uns kennt, ahnt jetzt wohl, worum es geht. Allen anderen sei schlicht geraten: lest Scherbenkind (und danach vielleicht Stimmengewirr ;-)). Es lohnt sich.

Mehr kann und will ich dazu nicht sagen. Ein Buch zu loben, an dessen Entstehung mitzuwirken man die Freude und Ehre hatte, das fühlt sich schräg an – hat was von unlauterer Werbung, die auf Eigenlob trifft. Und außerdem möchte ich bei diesem Kriminalroman nicht zu viel verraten …

Nur eines noch: Danke, liebe Britt, für die wunderbarste Danksagung aller Zeiten 🙂

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5 Antworten zu Ideenhebammenglücksgefühle

  1. Rebecca schreibt:

    Habe mir das Buch bestellt. 😉
    Wenn es so gut ist wie „Stimmengewirr“ , werde ich das Buch gerne weiterempfehlen.

  2. Britt schreibt:

    Und ich erst! 🙂
    Ich bin gerade sehr bewegt und sehr, sehr glücklich. Weiß ich doch, dass ich mich bei euch darauf verlassen kann, dass ihr auch sagt, was ihr meint. (Ich kenne es ja auch andersrum 😉 Und wessen Meinung sollte mir gerade bei diesem Buch wichtiger sein als Eure?
    Allerdings möchte ich nicht für mich in Anspruch nehmen, dass das Buch so gut ist wie „Stimmengewirr“. Ganz ehrlich: Stimmengewirr ist für mich unerreicht und immer eine Art Messlatte gewesen, sonst hätte ich mich vielleicht schon früher an das Thema gewagt, statt jahrelang drumrum zu schleichen.
    Vielen, lieben Dank! Meine Tochter liest jetzt übrigens „Stimmengewirr“, nachdem sie „Scherbenkind“ ausgelesen hatte.

  3. mischabach schreibt:

    Na dann kann ich jetzt ja gespannt sein auf Rebeccas Meinung zu „Scherbenkind“ und die Deiner Tochter zum „Stimmengewirr“ 🙂 Und falls Du, liebe Britt, Dich je breitschlagen lässt, eine Lesung im Ruhrgebiet zu machen – sag Bescheid, das fände ich ganz wunderbar 🙂

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