Technik, nostalgisch

Ende der 1990er, in San Francisco. Das Internet ist noch jung, ohne Modems geht gar nichts und Überwachung ist für die allermeisten Menschen nicht einmal ein Spuk am Horizont. Dass Phillip Finch seinerzeit in Die Silhouette einen Serienmöder in Chatorooms seine Opfer auswählte, um sie anschließend technisch gekonnt auszuspähen und schließlich zu ermorden, war seinerzeit vermutlich etwas ganz und gar Neues. Heute liest es sich technisch nostalgisch – wenn man denn über die offensichtlichen Übersetzungsfehler der deutschen Ausgabe wie etwa die Beilagen, die dort statt Anhänge mit EMails verschickt werden hinwegsieht -, was durchaus etwas hat.

Oder hätte. Denn bei aller Liebe zur Computertechnik der 1990er (die zu kennen ich wahrlich alt genug bin und auch interessiert genug obendrein war) – es ist und bleibt am Ende dann doch nichts, als noch eine Serienkillergeschichte, die sich selbst verbraucht.

Denn natürlich kann auch hier nicht wirklich plausibel gemacht werden, wie sich der Killer all die langen Vorbereitungen und Hilfsmittel leisten kann oder gar, warum er überhaupt mordet … nun ja, so sind sie halt, die Serienkiller zwischen zwei Buchdeckeln: Dealer für Junkies, die am billigen Thrill des Mehrvomselben hängen.

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