Aus der Zeit gefallen

6. 30 Uhr ist absolut nicht meine Zeit, aber was tut man nicht alles für die Kunst, den guten Zweck und den Lebensunterhalt 😉 Nein, im Ernst, der Internationale Gedenktag gegen Gewalt an Frauen ist eine gute Sache und bei der Gelegenheit mal wieder einen Erzählworkshop für Menschen mit Gewalterfahrung zu machen, ein lohnender Anlass, noch vor Sonnenaufgang aufzustehen und über 4 Stunden mit der Bahn in den Norden zu reisen. Das ging sogar glatt, ich kam pünktlich an und traf auch sogleich auf meine so freundliche wie patente Gast- und Auftraggeberin.

So weit, so gut, aber dann nahm die Sache eine überraschende Wendung …

Nein, das sind nicht deren Beine und es ist auch kein spontans Kunstprojekt mitten aus dem Erzählworkshop. Das sind meine Beine und ich sitze auf dem Boden in meinem winzigen Hotelzimmer, das wie man an den Bildrändern ahnen kann, ausgerechnet cremeweiß-barock eingerichtet ist – bloß halt ohne Schreibtisch oder anderweitig schreibtaugliche Sitzgelegenheit.

Eigentlich würde das nichts machen, denn eigentlich ist mein Programm für heute „sportlich“: gerade mal eine Stunde Zeit war zwischen Ende des Workshops und Lesungsbeginn am Abend angesetzt …

… aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt: nachdem schon im Vorfeld drei Teilnehmer wegen Erkrankung absagte, tauchten die spärlichen auf der Anmeldeliste verbliebenen in der Realität gar nicht erst auf.

Und deswegem sitze ich nun hier am Boden, fühle mich reichlich aus der Zeit gefallen, und hoffe, die Lesung heute Abend in der Bargteheider Buchhandlung wird es zum Ausgleich proppenvoll.

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6 Antworten zu Aus der Zeit gefallen

  1. Pauline-s schreibt:

    so, so, so blöd und traurig, dass Dein spannendes Angebot nicht angenommen wurde! Ich habe mir schon im Vorfeld in den Hintern beißen wollen, weil ich heute nicht teilnehmen konnte an Deinem Workshop… Ich hätte sehr gern…! War die Lesung erfreulicher?

  2. mischabach schreibt:

    Oh ja, die Lesung war sehr schön, klein aber fein, und deshalb konnten wir auch allesamt ganz offen über vieles und Vielesein reden! 🙂 Schade nur, dass der Fotoapparat blöd zuhause rumliegt und wir vergaßen, wenigstens ein Handyfoto der Buchhandlung zu machen – sie ist einfach traumschön 🙂
    P.S.: Wir hätten uns auch gefreut, wenn du zum Workshop hättest kommen können und wir uns mal so ganz in echt und live und in Farbe …

  3. Pauline-s schreibt:

    … ich kenne die Buchhandlung 😉 Kommt gern wieder, das würde uns freuen!

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