Morgenstund‘

Ich bin von Natur aus keine Frühaufsteherin. Von Weckern und Terminen unbehelligt, wache ich zwischen 8 und 9 Uhr morgens auf, und habe dann am liebsten die nächsten drei Stunden für mich – um mitsamt Morgenübungen und Yoga, Schreibstunde im Bett und Frühstück in meinem „Wintergarten“ gleich unterm Dach kreativ und glücklich im Tag anzukommen.

Autorinnenfrühstück: Kein Tagesbeginn ohne meine Lieblingsmorgenteetasse, derzeit vorzugsweise mit frischem Ingwertee mit Minze. Und dafür, dass das gute Stück bereits seit 26 Jahren in Gebrauch ist, sieht es doch  passabel aus. 🙂

Leider ist von meinen Morgenritualen derzeit nicht mehr allzu viel übrig. Die Schreibstunde fiel schon vor mehreren Monaten dem Beginn des aktuellen Schubs der endokrinen Orbitopathie zum Opfer, denn morgens waren und sind die Sehprobleme nun mal am heftigsten. Mit dem Schub kamen immer mehr Arzttermine, meist am Morgen. Und seit vier Wochen haben wir die Dachdecker bei uns (die besten, freundlichsten und ordentlichsten Dachdecker, die man sich nur wünschen kann, wie ich betonen möchte!), weshalb der Wecker nun täglich auf kurz vor sieben steht. Oder vielmehr stand, denn nun sind die Trockenbauer im Arbeitszimmer, also in der Wohnung, und die kommen schon um halb acht. Ergo muss ich um 6 Uhr aufstehen, denn ohne meine Übungen, die sportlichen und die yogischen, bin ich so früh wirklich nicht zum Aushalten. Und bevor Handwerker in die Wohnung kommen, möchte man ja schon aus dem Pyjama und dem Badezimmer raus sein.

Heute jedoch … nun, sagen wir so: wenn man an dem einen Tag morgens eine Kortison-Stoßtherapie hat und sich abends noch einen Riesenkopf wegen Handwerkerchaos machen muss, ist das an sich schon keine gute Kombination. Beides lässt mich auf Hochtouren laufen, und so brauchte ich heute Nacht meinen gesammelten Restverstand und alles „Ommm“, was ich mustern konnte, um vom Gedankenkarussel ab- und nicht gleich hinauf ins Arbeistzimmer zu springen, dort  alles ordentlich abzukleben, die Technik luftdicht im Mülltüten zu verpacken und dabei gleich noch alles erstmal wieder sauberzumachen. Irgendwann so gegen halb zwei bin ich dann wohl doch eingeschlafen. Und um 6 Uhr vom Wecker geweckt worden, weil um 7.30 Uhr das Taxi kam, mich zur heutigen Bestrahlung zu fahren.

Tja. Inzwischen bin ich längst wieder zuhause, habe Handwerkern Kaffee gekocht, mit meinem Herzallerliebsten die aktuelle Baustellenlage besprochen und inzwischen sogar gefrühstückt. Und jetzt  versuche ich herauszufinden, was ich kortisonüberhitzt und -überdreht und zugleich völlig übermüdet zwischen hämmernden Dachdeckern und die verschiedenste Geräusche produzierenden Trockenbauern mit dem sich lang und breit vor mir ausdehnenden Resttag wohl anfangen könnte …

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